Freitag, 27. November 2015

Schutzengel - Job zu vergeben

Manchmal, da liebe ich mein inneres Kind.
Ich bin ja sowieso der Meinung, dass es unheimlich wichtig ist, sich Kleinigkeiten beizubehalten, die Andere vielleicht albern und kindisch halten.

Mein Mann und ich, wir haben da was:
Unsre Schutzengel.
Vor ein paar Jahren hab ich uns die gehäkelt, auf Grundlage dieser Grünlinge. Seit diesem Tag hatten wir die zwei immer in der Hosentasche. Auf der Arbeit, bei Ausflügen, im Urlaub. Und zu Hause saßen sie auf dem Couchtisch, irgendwie wie Haustiere integriert in unsren Alltag. Püppling und Liebeling haben wir sie genannt, und wir haben uns tatsächlich schlecht gefühlt, wenn wir sie zu Hause vergessen hatten. So richtig kindlich eben. Denn es waren ja nur Häkeltierchen.

Einen kleinen Einblick in die 'Galerie der Schutzengel' gefällig? Bitteschön:



Urlaub in Jever. Strand, Windmühlen, Brauerei, Sonne.....alles haben Püppling und Liebeling gemeinsam erlebt.



Auch ein Bad im Blumenmeer, den ein oder anderen Drink zu viel und Kinobesuche (mit 3D!!!) zählen zu den schönen Momenten. 


Jetzt zum traurigen Teil:
Anfang diesen Jahres war mein Mann eine Woche lang auf Fortbildung. Natürlich MIT Püppling. Und ich beschloss an einem Tag dieser Woche mit Helena shoppen zu gehen. Baby im Tragetuch, Hände voller Einkaufstüten, Wickeltasche über der Schulter, Autoschlüssel aus der Hosentasche fummeln.....irgendwann muss Liebeling mir verloren gegangen sein. Einfach so, still und leise hat sie sich verabschiedet.
Tagelang habe ich gesucht. Und tatsächlich geweint.
Irgendwann hab ichs einfach verdrängt. Konnte mir keine Fotos anschauen mit den zweien, wollte auch Püppling gar nicht sehen, einfach weil ich so ein schlechtes Gewissen hatte.

Aber heute.
Heute sind mein Mann und ich 5 Jahre zusammen. Er ist kein 'Schenker', ist manchmal sensibel wie ein Sack Kartoffeln und romantisch wie...ja, halt gar nicht. Um Mitternacht kommt er aber ins Zimmer und reicht mir diese zwei Gesellen hier:



Sofort verstehe ich, was das soll und mir laufen die Tränen (nicht nah am Wasser, IM Wasser gebaut, ne? ^^). Er lächelt und erklärt mir, er wisse ja, wie weh mir der Verlust von Liebeling täte. Und deswegen hätte er beschlossen, dass der Job des Schutzengels neu vergeben werden muss.
Jaaaaaaaa, natürlich habe ich geweint. Wie ich das eben immer so tu. Und er tröstet mich und erklärt mir, Liebeling hätte doch nur beschlossen weiter zu reisen und jemand anderes hätte ihre Hilfe wohl jetzt dringender nötig als ich. Traumhaft süß, oder?

So. Nun werden wir Püppling einen Altersruhesitz in der Wohnung suchen.
Und unsre zwei Neuankömmlinge brauchen Namen.

Ist das nicht WIRKLICH kindisch? Und auch albern?
Ist egal. So bin ich. Hänge mein Herz an so vieles, auch an Häkeltierchen.
Und mein Mann sagt: Er liebt mich genau wegen dieser 'Merkwürdigkeiten'.


                                                                                                                                                                  deine Lila

P.S.: Allerallerallerliebsten Dank an meine Schwägerin, die diese zwei Piepmätze gezaubert hat. Danke, wirklich!

Kommentare:

  1. Zauberhafte Geschichte ! Könnte von mir sein, denn ich verschenke mein Herz auch gerne an so kindliche Kleinigkeiten. Wenn ich mich nur an unsere Japanreise mit ganz vielen Marienkäfer-Plüschi-Fotos erinnere. Das Tierchen hatte mir vorher meine Mami geschenkt.

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  2. Ich bin auch so. Noch heute hüte ich meinen alten Teddybären, den ich als Neugborenes von meinem Großeltern bekam. Ohne den "Alten" (er ist das einzige Stofftier ohne Namen) ziehe ich nie um. Ich lasse ihn aber zu Hause, weil er doch etwas Größer ist und mit 44 Jahren auch nicht mehr ganz so Stabil im Stoff.

    Viele Grüße
    Fiene

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  3. <3 <3 <3 !!!!!

    Wir sind auch so. Und diese Geschichte berührt daher mein Herz!

    Herzlichst,

    Steffi

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